ZORRO





ZORRO

Mein Name war Zorro und mein Herrchen hieß
Rainer - ihm habe ich vertraut, ihn habe ich
über alles geliebt, denn er war immer gut zu
mir. Mit acht Wochen kam ich nach Wiehl in
eine wunderschöne alte Schule mit einem
großen Grundstück, auf dem ich mich so
richtig austoben konnte, und zu Freunden, mit
denen ich mich von Anfang an gut verstand.
Damals lebte noch der alte Gundo, den mein
Herrchen aus einem Zwinger befreit hatte und
mit dem ich gleich Freundschaft schloss,
obwohl er mit 13 Jahren schon ein alter Herr
war. Trotzdem schliefen wir Kopf an Kopf, und
Gundo ertrug geduldig meine stürmischen
Attacken. Die Jahre gingen ins Land - ein
Freund musste gehen, ein neuer kam in unsere
Gruppe hinzu. Die meisten stammten aus dem
Tierheim, einige aus besonders schlechter
Haltung, doch alle fanden bei meinem Herrchen
ein liebevolles Zuhause. Wir waren praktisch
eine kleine Familie, wenn auch nur eine
Hundefamilie, aber dennoch…

Eines Tages musste mein Herrchen - ich
glaube, es war kurz nach Weihnachten im Jahr
2008 - ins Tierheim, wo er für meine
unbekannten Freunde die Hundehütten
winterfest machen wollte. An diesem
kalten Wintermorgen fiel mir der
Abschied von ihm besonders schwer - ich
wollte unbedingt mitfahren, aber es ging
leider nicht. So blieb ich mit meinen
Kameraden Lino, Joey, Jimmy, Arco und Carlos
zu Hause und passte auf, dass niemand unserm
Heim zu nahe kam. Gegen Mittag erschien dann
der Postbote, den ich vehement wie jeden
Morgen verbellte, nachdem er die Post
eingeworfen hatte. Ich erinnere mich, dass an
diesem Tag die Sonne schien - um die
Mittagszeit war es sogar recht warm, und wir
fühlten uns alle wohl. Doch früh brach die
Dunkelheit herein. Als es dann dämmrig wurde,
passten wir alle besonders gut auf. Wir
mussten Geduld haben, denn unser Herrchen,
das wir so sehnsüchtig erwarteten und das wir
wie immer so freudig begrüßen wollten, war
noch nicht in Sicht.

Als es dann dunkel war, hörten wir plötzlich
Geräusche und leise Stimmen. Wir alle waren
sehr aufgeregt, denn es lag Gefahr in der Luft.
Wir spürten es, dass Unheil drohte. Auf mich kam
es jetzt ganz besonders an, denn ich war der Chef
von unserem Rudel, und ich musste das tun, was
mir mein Gefühl sagte: Haus und Hof um alles
in der Welt verteidigen. Ich war also in
Hab-Acht-Stellung… Die Schritte kamen 
unaufhaltsam näher. Ich glaube, es waren zwei 
oder drei Personen, dunkle Gestalten, die ich nicht 
kannte, aber ich vernahm eine mir bekannte Stimme.
Sie näherten sich dem Eingangstor, das ich immer
so wehrhaft und mutig bewachte. Als ich die eine
mir vertraute Person erkannte, wurde ich wieder ruhiger
und fühlte mich sicher. Doch dann spürte ich plötzlich
einen noch nie erlebten Schmerz - es war etwas, was
mir sehr wehtat. Und ich sah gleichzeitig, wie sie meinen
Freund Joey verletzten - er schrie kurz auf und blutete stark. 
Mein Kamerad Jimmy, wurde ebenfalls verwundet.

Es ging alles so schnell. Wir riefen unser
Herrchen um Hilfe, aber er hörte uns nicht.
Ich hatte solche Schmerzen und wusste nicht,
wie mir geschah. Was dann passierte, weiß ich
nicht mehr. Wir, d.h. Joey, Jimmy und ich waren plötzlich in
der Eingangshalle und die Haustür fiel ins
Schloss. Gefangen - es gab kein Entrinnen.
Wir wurden die Treppe hochgeschleppt. Es roch auf
einmal nach Benzin und die Flammen züngelten
die Treppenstufen empor. Beißender Geruch -
ganz schlimm für unsere empfindlichen Nasen,
die zum Teil bluteten. Wir hatten keine
Chance - das Feuer kam immer näher, und jeder
Atemzug wurde zur entsetzlichen Qual. Unsere
Augen begannen fürchterlich zu brennen - wir
jaulten, wir wimmerten und kämpften um unser
Leben… vergeblich. Wir mussten sterben, weil
diese Unmenschen das so wollten.

Mein Herrchen, sei bitte nicht enttäuscht von
mir, ich habe alles getan, was ich konnte.
Eins möchte ich Dir noch sagen: Ich liebe
Dich - bis Du eines Tages wieder bei mir… bei
uns bist.

Dein Zorro

Zorro * Joey * Jimmy
 






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